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Die Tragödie am Horn von Afrika

Kole Kilibarda, Emperor's-Clothes.com , 19.6.2000

Die Bilder sind erschreckend: Schützengräben, Reihen von Soldatenleichen unter einer sengenden afrikanischen Sonne, zehntausende Tote und Berichte, dass um die 9 Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind, während die Machthaber in Äthiopien und Eritrea sich gegenseitig überbieten mit kriegerischen Reden und Drohgebärden. Und bei all diesem Töten und Zerstören geht es anscheinend um einen „bedeutungslosen Flecken Land" in einem „Grenzkonflikt" zwischen Äthiopien und Eritrea, einen Konflikt, den „westliche Führer verurteilt haben und beendet sehen wollen."

Diesen Eindruck bekommen wir von den westlichen Medien hauptsächlich vermittelt. Dadurch wird wieder einmal die alte europäische rassistische Sichtweise aktiviert, die die Afrikaner als unberechenbar und jederzeit fähig zu Ausbrüchen sinnloser und brutaler Gewalt betrachtet. Wir sollen glauben, dass die Afrikaner sich wegen jeder Kleinigkeit bekämpfen und nur die Hilfe der „vernünftigeren" und „entwickelten" Staaten des Westens stabile Verhältnisse in Afrika herbeiführen kann.

Ich schreibe das hier, um der Propaganda entgegenzutreten, die eine solche simple Schwarz-Weiß-Malerei nahelegt. Wir müssen uns auch mit der völlig falschen Betrachtungsweise gewisser Friedensaktivisten auseinandersetzen, die Eritrea als unschuldiges Opfer einer von den USA unterstützten Aggression hinstellen, da diese nur dazu dient: 1) das wahre Ausmaß und die speziell amerikanische Unterstützung bei der Schaffung eines militaristischen und aggressiven eritreischen Satellitenstaates zu verschleiern, 2) die Schuld Äthiopien zuzuschieben, das es fast am wenigsten verdient, für die gegenwärtigen Feindseligkeiten am Horn von Afrika verantwortlich gemacht zu werden, und 3) das Ausmass der verbrecherischen Beteiligung des Westens am Horn und im übrigen Afrika.

Diejenigen, die uns überzeugen wollen, dass Äthiopien einfach den Weisungen aus Washington gehorcht, lassen eine wesentliche Tatsache aus dem Spiel: die Unterstützung, Ausbildung und Finanzierung der Aferweki-Regierung in Eritrea! Tatsächlich haben die Weltbank und die USA diesen Konflikt die letzten zwei Jahre hindurch auf beiden Seiten geschürt, wie die Washington Post neulich berichtet hat, indem sie rund eine Milliarde Dollars an schnell auszahlbaren Krediten an beide Länder ausschüttete, die für den Kauf von Waffen und die Bezahlung militärischer Berater verwendet wurden. Die verbrecherische Natur der westlichen Beteiligung an Auseinandersetzungen in Afrika widerspricht den Bemühungen unserer Führer, sich als besorgte Humanisten zu präsentieren, die sich mit den besten Absichten bemühen, eine Krise nach der anderen zu lösen. In der Tat entsprechen die selten wahrgenommenen, aber durchaus realen Bemühungen der westlichen Mächte, Instabilität und Unfrieden zu stiften, viel eher ihrer wahren Natur. Es ist wichtig, dass die Antikriegs-Aktivisten die wirklichen Hintergründe dieser Konflikte verstehen, weil sie dadurch nicht der rassistischen Schwarz-Weiß-Malerei unserer Medien auf den Leim gehen, wenn es um Afrika geht.

Eritrea, der Hammer der Großmächte

Seit es 1993 unabhängig wurde, hat Eritrea ALLE seine Nachbarn bekämpft: Yemen, Somalia, Sudan, Djibouti und natürlich Äthiopien – sie alle wurden zu Opfern eritreischer Aggressionen. Eritrea ist eine militärisch hoch gerüstete Einparteien-Diktatur, die voll von den USA unterstützt wird. Während uns oft gesagt wird, dass Äthiopien den derzeitigen Konflikt auf Kosten einer hungernden Bevölkerung austrägt, legen die offiziellen Zahlen das Gegenteil nahe. Äthiopien gibt nur 2% seines Bruttonationalprodukts für Waffen aus, während 8 Millionen Äthiopier (fast 15% der Bevölkerung) von Hunger als Ergebnis der vom Westen auferlegten neoliberalen Misswirtschaft bedroht sind. Auf der anderen Seite gab Eritrea an der Leine seiner Herren in Washington durchgehend über 20% seines BNP für sein Militär aus, während fast eine Million Eritreer (fast 30% der Bevölkerung) auch von Hunger bedroht sind. Die westlichen Medien bezichtigen laufend Äthiopien eines solch verbrecherischen Verhaltens.

Wie gesagt ist Eritrea mit allen seinen Nachbarn übers Kreuz gekommen. Aber warum sollte Eritrea die Interessen seiner Nachbarn untergraben, nur um die grausamen außenpolitischen Machinationen Washingtons mit zu betreiben? Langfristige Beobachter der Region werden durch die Provokationen Eritreas nicht überrascht. Seit dem Sturz der Regierung Mengistu durch die vereinigten Kräfte von EPRDF (TPLF), die die derzeitige Regierung Äthiopiens bildet und EPLF, die die derzeitige Regierung in Eritrea bildet, haben die USA eine Menge Geld in den Aufbau von Sicherheitssystemen entlang der Häfen des Roten Meeres gesteckt, die seit 1993 zu Eritrea gehören. Washington bemüht sich nach Kräften, mögliche oder wirkliche antiwestliche Bewegungen und Regierungen am Horn von Afrika zu verhindern.

Amerikanische Multis sind auch hinter den reichen Schätzen – Erdöl, Gold und Erdgas - der eritreischen Küste des Roten Meeres her und haben dabei lieber mit einem Land mit 3,5 Millionen Einwohnern zu tun als mit einem Land mit 65 Millionen Einwohnern mit einer antiimperialistischen Tradition. In den 90er Jahren wurde Eritrea als Hinterland für die von den USA betriebenen Überfälle gegen Yemen, Somalia und Sudan benützt, durch die antiamerikanische Bewegungen ausgelöscht und widerspenstige Staaten gezähmt werden sollten. Man könnte sogar behaupten, dass Eritrea durch seine Unterstützung der Operation der USA in Somalia eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Begriffes „humanitäre Intervention" gespielt hat.

Geheimdienstagenten, Berater und Ausbildner der USA wurden seit 1991 nach Eritrea und Äthiopien geschickt, um spezielle außenpolitische Ziele in dieser geostrategischen Region zu verfolgen. 1996 ging Eritrea so weit, dass es territoriale Ansprüche auf der Grundlage einer Landkarte erhob, die seinerzeit von Benito Mussolini gezeichnet worden war. Völkerrechtsexperten wiesen die eritreischen Ansprüche umgehend zurück und die Organisation für afrikanische Einheit (OAU) verurteilte diese Aktion.

Betrachtet man die Geschichte eines unabhängigen Eritrea, überraschen solche proimperialistische Aktionen keineswegs. „Eritrea" ist eine italienische Kreation vom Ende des 19. Jahrhunderts. Es gibt keinen „Eritreer", genauso wie es auch keinen „Äthiopier" gibt, da beide Länder multikulturell sind und ähnliche Zusammensetzungen der Bevölkerung aufweisen. Die Kreation „Eritrea" diente lediglich als Vorwand für den italienischen Expansionismus am Horn von Afrika bis in die 40er Jahre mit dem Ziel, Äthiopien den Zugang zum Meer abzuschneiden. Sie brauchen sich nur die Landkarte anzuschauen.

Das heißt nicht, dass die Völker dieser Region am Roten Meer keine eigene Geschichte haben. Seit dem 8. Jahrhundert schafften es muslimische Händler und Andersgläubige, verschiedene Königreiche mit mehr oder weniger Autonomie vom alten äthiopischen Kaiserreich einzurichten, das seit jeher die Region beherrscht hat.

Entscheidend ist jedoch, dass die Italiener die "eritreische" Identität kreierten. Ein „Eritrea" als solches hat es nie gegeben, bevor es die Italiener Ende des 19. Jahrhunderts auf die Landkarte setzten. Das heißt, dass alles historische Gerede, das die äthiopische von der eritreischen Geschichte trennt, seinen Ursprung zur Gänze in der europäischen und faschistischen Kolonialherrschaft hat.

Natürlich kann man die Existenz einer Unabhängigkeitsbewegung in Eritrea nicht bestreiten, diese kann jedoch nicht getrennt werden von den Versuchen der sowjetischen und dann amerikanischen Regierung während des Kalten Krieges, die äthiopischen Regierungen zu destabilisieren, die nicht in die jeweiligen Pläne der Großmächte passte, das Horn von Afrika zu kontrollieren. Die derzeitige eritreische Führung sieht sich durch ihre Rolle bei der Destabilisierung Äthiopiens im Dienste der sowjetischen und dann amerikanischen Regierung während des Kalten Krieges befugt, die regionale Vorherrschaft auszuüben. Dieser arrogante Standpunkt steckt hinter den eritreischen Rufen nach der Vorherrschaft über das Horn von Afrika und wurde teilweise dazu benutzt, Attacken gegen die Nachbarn zu legitimieren.

Der Konflikt

Gegen Ende 1997 brach Eritrea seine freundlichen Beziehungen zu Äthiopien durch die Einführung einer eritreischen Währung. Diesem Abbruch der normalen Beziehungen zwischen den beiden Staaten folgte im Frühling 1998 der eritreische Einmarsch in Äthiopien, wieder auf der Grundlage von Mussolini-Landkarten, um den Anspruch auf die Badme-Region durchzusetzen. Äthiopien reagierte, wie jeder Staat auf die Invasion seines Territoriums reagieren würde, und bemühte sich, die Eindringlinge hinauszuwerfen.

Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft fiel sehr gedämpft aus. Eine amerikanisch-ruandische Friedensinitiative stellte fest, das Eritrea sich zurückziehen solle, aber weder Sanktionen noch Drohungen untermauerten diese Forderung. Eritrea wurde auch kein Anreiz zum Rückzug geboten, in der Tat wurde am lautesten über die Verhängung eines Waffenembargos diskutiert, um damit beide Länder für die eritreische Aggression zu bestrafen.

Ein wohlbekannter Grundsatz des Völkerrechts besagt, dass Grenzen nicht durch Gewalt geändert werden können. Gegen diesen Grundsatz verstießen die Eritreer eindeutig just zu dem Zeitpunkt, da die US-Diplomatie mit ihren Versuchen begann, weltweit Souveränitätsrechte in Frage zu stellen. Die USA bedrohten Irak mit einer Intervention und im Sommer schlugen US-Raketen in Afghanistan und Sudan ein und begannen, Jugoslawien zu bedrohen.

Die Äthiopier waren darüber verärgert, dass die internationale Gemeinschaft, obwohl sie sich gegen die eritreische Aggression wandte, ihre Kritik an einer Besatzungsarmee zu verschweigen versuchte. Die Tatsache, dass diese Besetzung sich auf Vorbilder aus der faschistischen Ära stützte, erzeugte in Äthiopien ein psychologisches Klima von Wut und Besorgnis darüber, die Welt werde sich einem derartigen Verhalten nicht weiter entgegenstellen. Diese Sorge fällt durchaus ins Gewicht, war es doch die Duldung der Aggression der italienischen Faschisten gegen Äthiopien im Jahr 1935, die zur Auflösung des Völkerbundes und zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte.

Der Konflikt kostete bereits zehntausende Menschen das Leben. Unter den ersten Ziele der von den USA ausgebildeten eritreischen Piloten waren eine pharmazeutische Fabrik und ein Getreidelager in Adigrat sowie ein Zementwerk in Meleke – Einrichtungen, die dem nördlichen Äthiopien ein bestimmtes Ausmaß an eigenständiger Deckung des Bedarfs an Medikamenten, Nahrungsmitteln und Baustoffen ermöglicht hatten. In Anlehnung an ihre amerikanischen Hintermänner warfen die eritreischen Flugzeuge Clusterbomben ab und beschossen zivile Ziele. Die von den USA ausgebildeten äthiopischen Piloten rächten sich durch Angriffe auf Flughäfen in Eritrea und die Zerstörung einer Wasseraufbereitungsanlage.

Kurz gesagt – obwohl beide Länder die mühsamen Strukturanpassungsprogramme von Weltbank und IWF durchgemacht hatten, wurden die heimischen Industriebetriebe, die noch immer ein bestimmtes Ausmaß an Selbstversorgung in beiden Ländern ermöglicht hatten, zerstört. Die Schäden in beiden Ländern waren immens. Massenhafte Fluchtbewegungen fanden statt, und vor kurzem ging Eritrea so weit, dass es äthiopische Männer im wehrfähigen Alter in Lager internierte, die in keiner Weise den Standards der Genfer Konvention entsprechen.

Während die Kämpfe tobten und Waffen, Geld und Hilfsmittel an beide Seiten flossen, wurde eine „diplomatische" Lösung gesucht. Anstatt eindeutig die Verantwortung für die Eröffnung der Feindseligkeiten Eritrea zuzuweisen, bezichtigte der Westen Äthiopien der Verletzung der Menschenrechte, Verantwortungslosigkeit der eigenen Bevölkerung gegenüber und Begehung von Gräueltaten, während die Invasion der eritreischen Regierung und ähnliche Verbrechen weitestgehend ignoriert wurden.

Gegen die Dämonisierung Äthiopiens!

Diejenigen, die die äthiopische Souveränität untergraben wollen, haben bereits in der Geschichte versucht, Äthiopien zu dämonisieren. Es überrascht daher nicht, dass in der derzeit laufenden antiäthiopischen Propaganda Äthiopien als traditionell autoritär und imperialistisch hingestellt wird und als Staat, in dem die Menschenrechte in großem Ausmaß missachtet werden. In der eritreischen Nationalmythologie, die von den Italienern zusammengedichtet worden ist, ist Äthiopien ein kolonialer Aggressor und Eritrea ein unschuldiges Opfer.

Nur diejenigen, die keine Ahnung von Äthiopiens wahrer Bedeutung haben, und das sind leider die meisten von uns im Westen, können derartigen Verdrehungen auf den Leim gehen. Als ältester souveräner Staat in Afrika war Äthiopien immer ein Symbol der afrikanischen Unabhängigkeit und des Widerstands gegen die Begehrlichkeit der Europäer. Äthiopien hat Generationen schwarzer Führer in Afrika und im Westen inspiriert. In den Dreißigerjahren waren die Theater von Harlem, New York bis Kingston, Jamaica voll besetzt mit Schwarzen, die mehr über den Kaiser Haile Selassie und den äthiopischen Widerstand gegen den italienischen Faschismus lernen wollten.

Die Farben von Äthiopiens jahrhundertealter Fahne sind die offiziellen Farben der panafrikanischen Bewegung. In den Rastafari und schwarz-nationalistischen Bewegungen, besonders in den von Marcus Garvey beeinflussten, steht Äthiopien für ein schwarzes Zion. Bob Marley zum Beispiel betrachtete Äthiopien als Leuchtfeuer der Befreiung der Schwarzen, und viele Afroamerikaner teilten seine Anschauung.

Äthiopien spielte eine wesentliche Rolle bei der Gründung der Organisation der afrikanischen Einheit OAU, bei der Gründung der Bewegung der Blockfreien Staaten und überhaupt bei der Stärkung der politischen Position der Schwarzafrikaner. Haile Selassie führte in seinem Land das allgemeine Wahlrecht ein, arbeitete an der Abschaffung der Sklaverei, die es immer noch an der Küste des Roten Meeres und im nördlichen Äthiopien gab und versuchte, die Afrikaner dazu zu bringen, sich gegen diejenigen zu wehren, die sie aufspalten wollten.

Natürlich ist die Wirklichkeit komplizierter als ein "gutes" oder "böses" Äthiopien, aber gerade Aktivisten sollten wissen, was hinter der Bedeutung von Äthiopiens Souveränität und Unabhängigkeit steckt. Ein Angriff gegen Äthiopien ist nicht einfach eine Attacke gegen das abstrakte, wenn auch grundlegende Prinzip der Souveränität, sondern bildet einen Angriff auf das, was die äthiopische Souveränität für alle Menschen in Afrika bisher bedeutet hat.

Schlussfolgerungen

Der populäre Nationalismus in der Region gebärdet sich äußerst antiimperialistisch. Daher müssen beide Seiten, wiewohl sie beide den Amerikanern ihre Machtpositionen verdanken, ihren Kampf zumindest ihren Bürgern als Kampf gegen die Großmächte verkaufen. In der Tat dient der Krieg ausschließlich den langfristigen Interessen des Westens und niemandem sonst. Die Schwächung dieser Länder erleichtert weitere Eingriffe von außen und Versuche, sie noch abhängiger zu machen. Eine Reihe von regionalen „Friedensplänen" wird dazu führen, die neoliberale Ordnung und die Interessen des Westens in dieser Region von großer geopolitischer Bedeutung zu festigen. So lange die „Lage vor Ort" allerdings nicht diesen Vorgaben entspricht, wird ein Frieden in Afrika illusionär bleiben.

Die vorwiegende Darstellung von Afrikanern heute ist die von Menschen im Krieg. Die „good news" aus Afrika, und deren gibt es viele, kommen nie auf die Bildschirme. Was wir sehen ist Armut, Gewalt, Killerkulte, Fanatismus, Drogenmissbrauch, Naturkatastrophen, Genozid und Hoffnungslosigkeit. Unweigerlich werden die Afrikaner präsentiert als uneinig, unfähig, sich selbst zu regieren und Kräften jenseits ihrer Kontrolle ausgeliefert, während wir nie sehen, wie Afrikaner eigenständig handeln und ihr Schicksal selbst bestimmen. Dieser Krieg hat dazu beigetragen, das immer mehr propagierte Bild von Afrika als „Herz der Finsternis" zu verstärken.

Diese Vorgangsweise dient dazu, Druck auf die Menschen und besonders die intellektuellen Eliten des Westens auszuüben, um sie zur Feststellung zu bewegen, „es muss etwas getan werden" und dass „der Westen nicht genug unternimmt, um den armen Afrikanern zu helfen." Das heisst natürlich militärische Intervention. In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil der Fall.

Tatsächlich unternimmt der Westen viel zu viel in Afrika. Er schürt ständig Konflikte, Genozid und Leiden auf dem Kontinent. Die afrikanischen Führer, die sich aktiv gegen diese Politik stellen, werden in den westlichen Medien verleumdet, angegriffen und dämonisiert, um Sympathien für afrikanische Alternativen zum neoliberalen Globalisierungsprozess gar nicht aufkommen zu lassen.

Es ist höchste Zeit, dass wir die Destabilisierung Afrikas durch den Westen beenden. Wir sollten die Anstrengungen unterstützen, die die Solidarität der afrikanischen Länder untereinander zum Ziel haben, die Gutmachung der vom Westen verursachten Schäden und den Aufbau wirklich unabhängiger und starker afrikanischer Staaten.

Kole Kilibarda ist Antikriegsaktivist und Organisator einer Studentenbewegung. Derzeit lebt er in Washington D.C.

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DRINGLICHER AUFRUF! (11. August 2001)

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